Geschichte
2025
Das Jahr 2025 begann für uns mit spürbaren Veränderungen, insbesondere finanziell. Durch Kürzungen bei kommunalen Förderungen standen uns rund 19 % weniger öffentliche Mittel zur Verfügung. Für unseren kleinen Verein bedeutete das weniger Arbeitsstunden im Team und die Herausforderung, mit begrenzten Ressourcen verlässlich zu arbeiten.
Dennoch war es uns wichtig, weiterhin ansprechbar zu bleiben – für Mitgliedsvereine, Initiativen und Partner*innen. Gleichzeitig haben wir unsere Interessenvertretung gestärkt, etwa durch die kontinuierliche Mitarbeit im Jugendhilfeausschuss der Stadt Dresden.
Eine positive Entwicklung war die Förderung der Stiftung EVZ, durch die wir im März das Projekt „ReflAct“ starten konnten. Es unterstützt Vereine im Umgang mit Antisemitismus und stabilisierte zugleich unser Team – wenn auch mit reduzierten Stunden.
Auch 2025 waren wir in zahlreichen Netzwerken aktiv. Im Netzwerk Kultur bauten wir unsere Rolle aus, moderierten beim Kulturaustausch im Herbst einen Thementisch und beteiligten uns an der Überarbeitung der Förderrichtlinie „Integrative Maßnahmen“.
Neben strukturellen Themen gab es konkrete Veranstaltungshighlights: Unsere Fokus Förderung im April erreichte mit 100 Teilnehmenden einen Rekord. Schwer fiel uns hingegen die Entscheidung, den jährlichen „Schwatzmarkt“ ressourcenbedingt ausfallen zu lassen. Im Sommer organisierten wir gemeinsam mit dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden und der Integrations- und Ausländerbeauftragten der Stadt eine große Netzwerkveranstaltung für Migrant*innenorganisationen. Hinzu kamen ein internationaler Jugendaustausch mit Polen und der Ukraine sowie der Jugendkongress im November.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Weiterentwicklung unserer Engagementberatung für Migrant*innenorganisationen. Nach fünf Jahren wurde das Projekt evaluiert und neu ausgerichtet – auch mit Blick auf das „Haus der Brücke“, in dem wir seit Herbst regelmäßig beraten.
Auch vereinsintern gab es Veränderungen: Auf der Mitgliederversammlung im August beschlossen wir ein neues Leitbild und diskutierten den Umgang mit der angespannten Finanzlage. Zudem begrüßten wir zwei neue Mitglieder: das Frauenförderwerk e.V. und den Verein CrossMedia Tour.
Intern nutzten wir das Jahr zur Weiterentwicklung, etwa zu Künstlicher Intelligenz und Beschwerdemanagement. Zudem absolvierte eine Kollegin eine Weiterbildung als Beraterin für die Entwicklung institutioneller Kinderschutzkonzepte.
Zum Jahresende sorgte die Haushaltssperre im Oktober für Unsicherheit. Gemeinsam mit Partnern initiierten wir die Plattform „wichtig-fuer-alle.de“, der sich über 250 Organisationen anschlossen – ein starkes Zeichen zivilgesellschaftlichen Zusammenhalts.
Trotz der Herausforderungen bleibt festzuhalten: Wir haben viel bewegt, neue Impulse gesetzt und sind als Netzwerk weiter zusammengewachsen. Darauf bauen wir im kommenden Jahr auf.
2024
Nach der gemeinsamen Übergabezeit mit Markus Degenkolb im Jahr 2023 übernahm Maike Limprecht nun alleine die Geschäftsführung des Kulturbüros. Neben der üblichen Arbeit an den Verwendungsnachweisen, gab es zu Beginn des Jahres einige personelle Wechsel, vor allem im Projekt Engagementberatung.
Im Januar erreichte uns die erfreuliche Nachricht einer Förderzusage für das Projekt „Spot On!“. Durch das Förderprogram „Integrative Maßnahmen“ finanziert, unterstütze das Projekt die Qualifizierung und Professionalisierung migrantischer Strukturen in den Landkreisen Meißen, Mittelsachsen und Sächsische Schweiz/Osterzgebirge. So konnten im Frühjahr noch zwei weitere Kolleg*innen zu unserem Team dazu stoßen.
Im Mai konnten wir auf unserer jährlichen digitalen Fördermesse „Fokus Förderung“ erneut Engagierte mit potentiellen Födermittelgebenden in Kontakt bringen. Ende August haben wir dann bei schönstem Sommerwetter unsere Mitgliederversammlung abgehalten und erfreulicherweise wurde unser Vorstand durch Christian Krentel-Seremet erweitert, so dass dieser jetzt mit vier Personen gut aufgestellt ist.
Nach der Wahl und Konsolidierung des neuen Stadtrates wurde im Herbst auch der Jugendhilfeausschuss neu gewählt. Wir haben uns sehr gefreut auch für die nächste Legislatur wieder mit einem Sitz vertreten sein zu dürfen. Neben der eigentlichen Ausschussarbeit ist es uns ein Anliegen auch über die Arbeit zu berichten und sie somit für die Öffentlichkeit verständlicher zu machen. Deshalb posten wir auf unserem Instagram-Kanal nach jeder Sitzung über die Arbeit des Ausschusses.
Nach einem erfolgreichen Schwatzmarkt mit dem Thema Nachhaltigkeit im Engagement war der Herbst leider maßgeblich überschattet von den sich bereits abzeichnenden Kürzungen. Die Zeit war für uns als Team besonders herausfordernd, da wir einerseits versuchten unsere von den Kürzungen und Schließungen betroffenen Mitgliedsvereine tatkräftig zu unterstützen und uns in Netzwerken und Bündnissen aktiv einzubringen. Andererseits zeichnete es sich ab, dass wir selber massiv von den Kürzungen betroffen sein werden. So haben wir das Jahr 2025 mit einer 20% Kürzung der Jugendamtsförderung und einer 50% Kürzung der Kulturamtsförderung für die Beratungs- und Qualitätsentwicklungsstelle begonnen und mit einer 30% Kürzung im Kinder- und Jugendbüro.
Doch auch diese schwierige Situation hielt uns nicht davon ab offen für neue inhaltliche Impulse zu sein. So nahmen wir beispielsweise als Team im zweiten Halbjahr an einer Weiterbildungsreihe zum Thema Antisemitismus teil. Diese schloss sich gut an den migrationsgesellschaftlichen Öffnungsprozess an, den wir in den letzten Jahren begonnen haben.
2023
Nach Jahren, die von der Coronapandemie geprägt waren, zog mit 2023 wieder ein wenig Normalität im Kulturbüro ein. Beratungen und Weiterbildungen fanden nun wieder vorrangig analog statt und die angenehm geschäftige Geräuschkulisse des Großraumbüros zog wieder ein.
Vor allem das erste Halbjahr fühlte sich recht turbulent an. Verwendungsnachweise mussten erstellt werden, drei neue Kolleginnen stießen zum Team hinzu und die Fördermesse Fokus wurde im Mai digital abgehalten.
Bei schönstem Sonnenschein wurde dann im Juni auch mal wieder zusammen gefeiert. Das Kulturbüro Dresden wurde 30 Jahr alt! Darauf wurde im Garten mit Kolleg*innen und Mitgliedsvereinen angestoßen und auch Markus Degenkolb schon wieder offiziell verabschiedet.
Nach der Sommerpause zog Maike Limprecht als Nachfolgerin für Markus Degenkolb ins Geschäftsführungsbüro ein. Sie hat es nach vielen Jahren als künstlerische Betriebsdirektorin am Theater in Annaberg-Buchholz zum Glück nach Dresden und zu uns verschlagen.
Für das Team unseres Kinder- und Jugendbüros, welches wir gemeinsam mit dem Stadtjugendring Dresden betreiben, wurde vom Jugendamt eine personelle Aufstockung bewilligt. Damit konnten neue Kolleg*innen für das Team gefunden werden, um bei der vielfältigen Arbeit rund um die Themen Kinderrechte, Beteiligung junger Menschen und unseren Förderfond Jugendforum zu unterstützen.
Der Herbst brachte dann nach einigen Jahren Pause wieder einen Schwatzmarkt hervor, der diesmal digital abgehalten wurde und mit ganzen 17 Kurzimpulsen zu unterschiedlichen Themen gespickt war.
Ein Thema, welchem sich das Team bereits seit 2022 in mehreren Workshops gewidmet hatte, war der migrationsgesellschaftliche Öffnungsprozess, der von der LAG Pokubi durchgeführt wurde und der auch in Zukunft noch weiter fortgesetzt werden soll, weil wir gemerkt haben, wie wichtig das für unsere tägliche Arbeit ist.
2022
Das Jahr 2022 war besonders herausfordernd und eine Zeit des Umbruchs. Während die Arbeit in all unseren Projekten immer noch von Corona überschattet weiterlief, war 2022 besonders von personellen Veränderungen geprägt. Nachdem uns zum Jahresanfang unser Geschäftsführer Dominik Schmitz verlassen musste, schied in der zweiten Jahreshälfte leider auch unsere zweite Geschäftsführerin Linda Bersch aus unserem Verein aus. Tatkräftiger Ersatz konnte jedoch, zumindest interimsweise, gefunden werden. Auf halber Weiterreise nach Riga stieß der langjährige Geschäftsführer unseres Mitgliedsvereins Ausländerrates Dresden e.V., Markus Degenkolb, für ein Jahr zu uns. Sein Hauptaugenmerk galt in erster Linie dem Team und der Neustrukturierung der Verantwortlichkeiten. Doch auch weitere, teils langjährige Kolleg*innen verließen uns in unterschiedliche Richtungen. Und auch im Vorstand unseres Vereins gab es Veränderungen. So schied unsere langjährige Vorständin Ulla Wacker aus und Dr. Christian Schäfer-Hock vom Ausländerrat Dresden e.V. kam hinzu.
Inhaltlich bekamen wir nach zwei Jahren in der Coronapandemie einen Crashkurs in hybriden Formaten von der Stiftung für Engagement und Ehrenamt finanziert und konnten uns und andere Vereine in der Organisation und Durchführung von hybriden Angeboten schulen.
2021
Nachdem wir 2020 von der Corona-Pandemie voll erwischt wurden und im Schnelldurchlauf lernen mussten, unsere Arbeit auf digitale Formate umzustellen, ging es nun in 2021 schon etwas routinierter weiter. Unser sonst manchmal etwas lautes Großraumbüro war meist verwaist, Corona-Tests und FFP2-Masken waren unsere Standardausrüstung. Dennoch konnten viele Beratungen und Angebote digital und teilweise auch analog durchgeführt werden.
Auch ein neues Projekt, unsere Engagementberatung für junge migrantische Vereine kam mit Abstand und Maske ins Rollen. In Zusammenarbeit mit der kommunalen Integrations- und Ausländerbeauftragten konnten wir beginnen in den Räumen der Volkshochschule und des Zentralwerkes 10 junge Vereine migrantischer Communities bei all ihren Fragen rund um die Themen Verein und Projektförderung zu unterstützen.
Kurz vor Jahresende startete auch noch ein weiteres neues Projekt, die Projektschmiede. Mit Finanzierung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) begleiteten wir oft noch unerfahrene Antragsteller*innen bei ihren Projektanträgen für das „Bundesprogramm Gesellschaftlicher Zusammenhalt" (BGZ).



